Wer darf die Ehewohnung nach der

Trennung nutzen?

Grundsätzlich    darf    jeder    Ehegatte    nach    der    Trennung    die eheliche Wohnung oder das Haus weiter zu nutzen. Haben   beide   Ehegatten   den   Mietvertrag   unterschrieben,   dann ergibt    sich    für    beide    das    Nutzungsrecht    schon    aus    dem Mietvertrag. Das   gleiche   gilt,   wenn   die   Wohnung   oder   das   Haus,   in   dem   die Ehegatten     bis     zur    Trennung     gewohnt     haben,     in     deren gemeinsamen     Eigentum     steht,     also     beide     Eheleute     im Grundbuch   als   Eigentümer   eingetragen   sind.   Dann   ergibt   sich das Nutzungsrecht aus dem Eigentum. Aber     auch     wenn     ein     Ehegatte     den     Mietvertrag     nicht unterschrieben   hat   oder   nicht   Miteigentümer   ist,   heißt   das   nicht, dass   er   nach   der   Trennung   sein   Nutzungsrecht   verliert   und   vom anderen einfach auf die Straße gesetzt werden kann.

Wir helfen Ihnen beim Streit um die

Wohnung!

I st   keine   Einigung   zu   erzielen,   wer   die   eheliche   Wohnung   oder das   Haus   zukünftig   nutzen   soll,   beantragen   wir   für   Sie   beim Familiengericht,   ob   und   wie   die   Ehewohnung   aufzuteilen   ist   oder ob Sie die Wohnung insgesamt alleine nutzen dürfen. Grundlage   für   die   gerichtliche   Entscheidung   über   die   Nutzung der                             Ehewohnung                             ist § 1361 b BGB. Nach   längerer Trennung   kommt   immer   wieder   die   Drohung,   dann ziehe ich eben wieder in die Wohnung ein. Das   können   wir   für   Sie   verhindern.   Denn      Ist   nach   der   Trennung der    Ehegatten        ein    Ehegatte    in    Abkehrwillen    aus    der Ehewohnung   ausgezogen   und   hat   er   binnen   sechs   Monaten nach    seinem    Auszug    eine    ernstliche    Rückkehrabsicht    dem anderen     Ehegatten     gegenüber     nicht     bekundet,     so     wird unwiderleglich    vermutet,    dass    er    dem    in    der    Ehewohnung verbliebenen   Ehegatten   das   alleinige   Nutzungsrecht   überlassen hat. Sollten   Sie   nicht   der   Mieter   der   Wohnung   sein,   möchten   Sie diese   aber   nach   der   Scheidung   weiter   nutzen,   dann   helfen   wir auch   hier,   wenn   der   Vermieter   damit   nicht   einverstanden   ist.   Das Gericht kann Sie nämlich per Beschluss zum Mieter erklären.  

Was ist bei Gewalt in der Ehe ?

Gewalt in der Ehe oder Partnerschaft hat keinen Seltenheitswert. Eine   repräsentative   Untersuchung   zu   Gewalt   gegen   Frauen   in Deutschland   im   Auftrag   des   Bundesministeriums   für   Familie, Senioren,   Frauen   und   Jugend   hat   ergeben,   dass   von   10264 befragten   Frauen   ab   Ihrem   16.   Lebensjahr   37   %   der   Frauen Opfer körperlicher Gewalt und Übergriffe waren 13   %   der   befragten   Frauen,   also   fast   jede   siebte   Frau, gaben   an,   seit   dem   16.   Lebensjahr   Formen   von   sexueller Gewalt   erlebt   zu   haben,   die   sich   auf   die   enge   Definition strafrechtlich   relevanter   Formen   erzwungener   sexueller Handlungen beziehen 4   0   %   der   befragten   Frauen   haben   –   unabhängig   vom Täter-Opfer-Kontext   –   körperliche   oder   sexuelle   Gewalt oder   beides   seit   dem   16.   Lebensjahr   erlebt   (35   %   allein nach den Angaben im mündlichen Fragebogen). Rund    25    %    der    in    Deutschland    lebenden    Frauen haben    Formen    körperlicher    oder    sexueller    Gewalt (oder      beides)      durch      aktuelle      oder      frühere Beziehungspartnerinnen   oder   -partner   erlebt.   (Quelle: Lebenssituation,   Sicherheit   und   Gesundheit   von   Frauen   in Deutschland   –   Ergebnisse   der   repräsentativen   Untersuchung zu   Gewalt   gegen   Frauen,   Herausgeber:   "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)" Die Kurzfassung der Studie haben wir hier für Sie bereitgestellt. Die gesamte Studie (878 Seiten) finden Sie hier. Auf    der    Grundlage    bisheriger    Erkenntnisse    ist    es    heftig umstritten,    inwieweit    Männern    körperliche    Gewalt    durch    ihre Partnerin   widerfährt.   Hier   reichen   die   Standpunkte   von   „nicht vorstellbar“    und    demnach    nicht    existent    in    einer    männlich dominierten   Gesellschaft   bis   hin   zu   Aussagen,   dass   Männer ähnlich   häufig   häusliche   Gewalt   erfahren   wie   Frauen.   Aufgrund der   qualitativen   Interviews   dieser   Studie   lässt   sich   zunächst festhalten, Jedem   vierten   der   befragten   rund   200   Männer   widerfuhr einmal   oder   mehrmals   mindestens   ein   Akt   körperlicher Gewalt   durch   die   aktuelle   oder   letzte   Partnerin,   wobei hier   auch   leichtere   Akte   enthalten   sind,   bei   denen   nicht eindeutig von Gewalt zu sprechen ist. Jeder   sechste   der   antwortenden   Männer   (36   von   196) gab   an,   einmal   oder   mehrfach   von   seiner   aktuellen   bzw. letzten Partnerin wütend weggeschubst worden zu sein. Die   folgenden   Handlungen   wurden   jeweils   von   fünf   bis zehn   Prozent   der   Männer   benannt:   Sie   wurden   von   ihrer Partnerin   „leicht   geohrfeigt“   (18   von   196),   „gebissen   oder gekratzt,   sodass   es   weh   tat“   (13   von   196),   „schmerzhaft getreten,   gestoßen   oder   hart   angefasst“   (10   von   196) oder   die   Partnerin   hat   „etwas   nach   ihnen   geworfen,   das verletzen   konnte“   (10   von   196).   (Quelle:   “Gewalt   gegen Männer”     Bundesministerium     für     Familie,     Senioren, Frauen und Jugend) Die Kurzfassung der Studie haben wir hier für Sie bereitgestellt. Die gesamte Studie (1050 Seiten) finden Sie hier. Gewalt   in   einer   Beziehung   ist   also   kein   geschlechtsspezifisches Problem,   wenn   auch   die   Gewalt   gegen   Frauen   in   der   Anzahl höher   zu   sein   scheint.   Breit   angelegte   Studien   gibt   es   nicht,   das Thema   ist   gesellschaftlich   tabuisiert,   gerade   bei   den   betroffenen Opfern. Opferschutz ist im deutschen Rechtssystem nur sehr schwach ausgeprägt.

Wie helfen wir Ihnen, wenn Sie Opfer von

Gewalt in der Ehe oder Partnerschaft sind?

Ist     es     bereits     zu     widerrechtlichen     Körperverletzungen, Gesundheitsverletzungen   oder   einer   Verletzung   Ihrer   Freiheit gekommen,   so   erwirken   wir   für   Sie   beim   Fami-liengericht,   dass der Täter oder die Täterin gerichtlich verboten wird: ihre Wohnung zu betreten, sich in einem bestimmten Umkreis Ihrer Wohnung aufzuhalten, zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten, Verbindung zu Ihnen, auch unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln, aufzunehmen, ein Zusammentreffen mit Ihnen herbeizuführen. Eine   derartige   Einstweilige   Verfügung   können   wir   sehr   schnell   für Sie bei Gericht erwirken. Verstößt    der    Täter    /    die    Täterin    gegen    die    gerichtliche Anordnung,   so   werden   die   Zuwiderhandlungen   mit   bis   zu   einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet. Aber es muss nicht erst zu einer Verletzung kommen. Schon   dann,   wenn   Ihnen   widerrechtlich   mit   einer   Verletzung   des Lebens,   des   Körpers,   der   Gesundheit   oder   der   Freiheit      gedroht wurde,   können   wir   eine   gericht-liche   Verfügung   des   o.g.   Inhalts erwirken. Es muss also nicht erst zu einer Verletzung kommen. Gewaltopfer brauchen mehr als anwaltliche Hilfe Sind Sie als Gewaltopfer verletzt worden 112 wählen! Der   Rettungsdienst,   den   Sie   unter   112   erreichen,   kümmert   sich um    Sie    als    verletzte    Person    und    sorgt    dafür,    dass    Sie schnellstmöglich ärztliche Hilfe bekommen. Teilen   Sie   dem   Rettungsdienst   bei   Ihrem   Notruf   mit,   dass   Sie Opfer   von   häuslicher   Gewalt   geworden   sind,   die   Polizei   wird dann automatisch hinzugezogen. Die   Polizei   sorgt   in   der   akuten   Notfallsituation   dafür,   dass   Sie   vor dem   Täter   in   Sicherheit   gebracht   werden.   Sie   sollte   auch   in   der Lage   sein,   für   Ihre   anschließende   Sicherheit   zu   sorgen   und Ihnen   die   Anlaufstellen   nennen   können,   an   die   Sie   sich   wegen weiterer Hilfe wenden können. Wenn Ihre Sicherheit in der Akutphase gewährleistet ist, dann wenden Sie sich an uns, damit   wir   für   Sie   dafür   Sorge   tragen   können,   dass   Sie   nicht erneut   Gewaltopfer   werden   und   dass   der   Täter   für   seine   Tat bestraft wird. An   folgende   Beratungsstellen   und   stehen   Interventionsstellen können   Sie   sich   in   Sachsen-Anhalt   bei   Häuslicher   Gewalt   oder Gewalt in der Partnerschaft / Familie wenden:

Interventionsstellen Häusliche Gewalt

und Stalking

Die Interventionsstellen helfen Ihnen bei: Information über Ihre rechtlichen Möglichkeiten Unterstützung bei der Planung Ihrer Sicherheit Hilfestellung beim Formulieren von Anträgen Ggf. Begleitung zum Gericht, Anwälten und Behörden Vermittlung weiterführender Hilfen Sie erreichen die Interventionsstellen Häusliche Gewalt und Stalking in Magdeburg Wilhelm-Höfner-Ring 4, 39116 Magdeburg Tel. 0391 610 6226 Fax: 0391 610 6227 interventionsstelle@gmx Halle/Saale Zerbster Str. 14, 06124 Halle/Saale Tel. 0345 686 7907 Fax: 0345 686 7845 interventionsstelle-halle@web.de Dessau Törtener Str. 44, 06842 Dessau Tel. 0340 216 5100 Mobil 0177 78 44 072 interventionsstelle.dessau@web.de Stendal Bruchstr. 1, 39576 Stendal Tel. 03931 700 105 Fax: 03931 210 221 miss-mut.stendal@web.de Landesverband Opferhilfe Sachsen-Anhalt e.V. (L.O.H.S.A.) Halberstädter Str. 21, 39112 Magdeburg Tel. 0391 623 9067 Fax: 0391 623 9067 Weisser Ring Landesbüro Sachsen-Anhalt W.-von Klewitz-Str. 11, 06132 Halle/Saale Tel 0345 290 2520 Fax: 0345 470 0755 Pro Mann - Beratungsstelle gegen Männergewalt Weststr. 12, 39104 Magdeburg Tel. 0391 721 7441 Fax: 0391 721 7442 promann@dfv-lsa.de http://www.promann.de

Frauenhäuser in Sachsen Anhalt

Kontakt    zu    den    Frauenhäusern    und    deren    Beratungsstellen erhalten Sie über nachfolgende Telefonnummern     Altmarkkreis Salzwedel, Tel.  (03901) 42 48 59     Anhalt-Bitterfeld Bitterfeld/ Wolfen Tel.   (03494) 3 10 54     Köthen Tel. (03496) 42 95 23     Bördekreis     Wolmirstedt Tel. (039201) 70 97 65     Haldensleben     Oebisfelde     Oschersleben     Wanzleben     Burgenlandkreis     Weißenfels Tel. (03443) 80 26 47     Zeitz (03441) 21 27 68     Dessau-Roßlau Tel. (0340) 51 29 49     Halle Tel. (0345) 444 14 14; (0345) 221 47 94     Harz     Ballenstedt Tel. (039483) 86 85     Halberstadt Tel. (03941) 61 35 55     Wernigerode Tel.  (03943) 65 42 93 und (03943) 65 45 12     Jerichower Land     Burg Tel. (03921) 21 40     Genthin Tel. (03933) 80 18 51
Janssen und Zerlin Rechtsanwälte und Fachanwälte Wohnungszuweisung Gewaltschutz Andreas Janssen* - Rechtsanwalt                                 - Fachanwalt für Arbeitsrecht                                   - Fachanwalt für Familienrecht