Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit seinen Eltern!

Jeder    Streit    geht    um    das    Umgangsrecht    der    Eltern,    aufgrund gesellschaftlicher   Realitäten   regelmäßig   des   Vaters,   mit   den   leiblichen Kindern. Dass   die   Kinder,   um   die   es   geht,   nicht   rechtlose   Objekte   des   noch nicht   bewältigten   Partnerschaftskonflikt   sind,   wird   gar   nicht   realisiert, auch   wenn   die   Verfahrensakten   bei   Gericht   das   Wohl   des   Kindes immer wieder von den Eltern hochstilisiert wird. Was ich will, das ist gut für mein Kind oder netter formuliert: Was für mich gut ist, das ist auch gut für mein Kind. Dieser   Egoismus   erst   macht   den   Streit   ums   Kind   möglich   und   fügt ihm Schaden zu. Die Partnerschaft, die Ehe kann man rechtlich beenden. Was   dadurch   nicht   beendet   wird,   ist   die   Elternschaft,   die   gemeinsame Verantwortung   für   das   Wohl   des   oder   der   gemeinsamen   Kinder.   Als Partner    kann    man    sich    trennen,    als    Eltern    kann    man    sich    nicht trennen - jedenfalls nicht ohne seelischen Schaden für sein Kind. Was gut für Ihr Kind ist, das ist auch gut für Sie! Jeder   Elternteil   hat   ein   Recht   auf   Umgang   mit   dem   Kind.   Das   kann nur   (gerichtlich)   ausgeschlossen   werden,   wenn   es   zum   Wohl   des Kindes erforderlich ist. Ihr Kind hat ein Recht auf Umgang mit 1. seiner Mutter, 2. seinem Vater, 3. seinen Großeltern, 4. seinen Geschwister , 5.     seinen     engen     Bezugspersonen,     die     für     es     tatsächliche Verantwortung     tragen     oder     getragen     haben     („sozial-familiäre Beziehung“, z.B. Pflegeeltern). Hat   Ihr   Kind   Bindungen   an   andere   Personen,   so   sollen   Sie   als   Eltern diesen   Umgang   fördern,   wenn   dies   für   Ihr   Kind   wichtig   ist   und   seinem Wohl entspricht. Das   Umgangsrecht   dient   dazu,   den   Kontakt   Ihres   Kindes   zu   den Personen,   die   ihm   besonders   nahe   stehen,   aufrecht   zu   erhalten   und zu   fördern.   Das   Umgangsrecht   gibt   dem   Berechtigten   in   erster   Linie die   Befugnis,   das   Kind   in   regelmäßigen   Abständen   zu   sehen   und   zu sprechen.      Zum      Umgang      gehört      neben      den      persönlichen Begegnungen auch Brief- und Telefonkontakt. Es     ist     die     Aufgabe     der     Eltern,     den     Umgang     Ihres     Kindes einverständlich   nach   den   Bedürfnissen   des   Kindes   zu   regeln    und möglichst   spannungs-   und   konfliktfrei   zu   gestalten.   Sie   können   hierzu die    Hilfe    des    Jugendamts    oder    von    Beratungsstellen    in   Anspruch nehmen. Kommt   es   zwischen   den   Eltern   zu   Streit   über   den   Umfang   und   die Ausübung   des   Umgangsrechts,   so   entscheidet   das   Familiengericht auf    Antrag    eines    Elternteils,    wann    und    wie    viel    Zeit    der    andere Elternteil   mit   dem   Kind   verbringen   darf.   In   Ausnahmefällen   kann   das Gericht   einen   begleitenden   Umgang,   bei   dem   der   Umgang   mit   dem Kind   nur   in   Anwesenheit   eines   Dritten   stattfindet,   anordnen.   In   einem gerichtlichen   Beschluss   wird   –   soweit   ein   Konsens   vorher   nicht   erzielt werden       konnte       –       für       alle       Beteiligten       verbindlich       eine Umgangsregelung   festgelegt,   die   eingehalten   werden   muss.   Halten sich     die     Eltern     nicht     an     den     Beschluss,     kann     das     Gericht Zwangsmaßnahmen ergreifen und Ordnungsstrafen verhängen. Es   haben   sich   verschiedene   Betreuungsmodelle   herausgebildet,   die je    nach    konkreter    Situation    der    Familien    Inhalt    einer    –    auch gerichtlichen – Umgangsregelung sein können. Für   Kinder   im   Schulkindalter   kommt   ein   regelmäßiger   Umgang,   meist an    jedem    zweiten    Wochenende    von    Freitag    bis    Sonntag,    und während    eines    Teils    –    häufig    der    Hälfte    –    der    Ferien    sowie    an einzelnen Feiertagen in Betracht. Bei   Kindern   im   Kindergartenalter   kann   ein   häufigerer,   aber   kürzerer Umgang für das Kindeswohl besser sein. Das    sog.    Wechselmodell    sieht    eine    Betreuung    des    Kindes    durch beide   Elternteile   zu   gleichen   Teilen   vor.   Die   Eltern   betreuen   das   Kind dann   z.   B.   im   wöchentlichen   Wechsel.   Dieses   Modell   wird   allerdings von    den    Gerichten    in    der    Regel    nicht    gegen    den    Willen    eines Elternteils   oder   gegen   den   Willen   des   Kindes   angeordnet.   Das   Modell eignet    sich    nämlich    nicht    für    hoch    zerstrittene    Eltern,    da    es voraussetzt,   dass   die   Eltern   sich   ständig   über   die   Belange   des   Kindes austauschen und miteinander kooperieren.

Ein Recht auf Umgang haben:

1. das Kind, 2. jeder Elternteil, 3. die Großeltern des Kindes, 4. die Geschwister des Kindes, 5. enge Bezugspersonen, die für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben („sozial-familiäre Beziehung“).

20 Wünsche von Trennungskindern

1.   Vergesst   nie:   Ich   bin   das   Kind   von   euch   beiden.   Ich   habe   jetzt   zwar einen   Elternteil,   bei   dem   ich   hauptsächlich   wohne   und   der   die   meiste Zeit für mich sorgt. Aber ich brauche den anderen genauso. 2.   Fragt   mich   nicht,   wen   von   euch   beiden   ich   lieber   mag.   Ich   habe   euch beide   gleich   lieb.   Macht   den   anderen   also   nicht   schlecht   vor   mir. Denn das tut mir weh. 3.   Helft   mir,   zu   dem   Elternteil,   bei   dem   ich   nicht   ständig   bin,   Kontakt   zu halten.    Wählt    für    mich    seine    Telefonnummer    oder    schreibt    die Adresse   auf   einen   Briefumschlag.   Helft   mir,   zu   Weihnachten   oder zum   Geburtstag   ein   schönes   Geschenk   für   den   anderen   zu   basteln oder   zu   kaufen.   Macht   von   den   neuen   Fotos   von   mir   immer   einen Abzug für den anderen mit. 4.    Redet    miteinander    wie    erwachsene    Menschen.    Aber    redet.    Und benutzt   mich   nicht   als   Boten   zwischen   euch   -   besonders   nicht   für Botschaften, die den anderen traurig oder wütend machen. 5.   Seid   nicht   traurig,   wenn   ich   zum   anderen   gehe   .   Der,   von   dem   ich weggehe,   soll   auch   nicht   denken,   dass   ich   es   in   den   nächsten   Tagen schlecht   habe. Am   liebsten   würde   ich   ja   immer   bei   euch   beiden   sein. Aber   ich   kann   mich   nicht   in   zwei   Stücke   reißen   -   nur   weil   ihr   unsere Familie auseinander gerissen habt. 6.   Plant   nie   etwas   für   die   Zeit,   die   mir   mit   dem   anderen   Elternteil   gehört. Ein   Teil   meiner   Zeit   gehört   meiner   Mutter   und   mir,   ein   Teil   meinem Vater und mir. Haltet euch konsequent daran. 7.   Seid   nicht   enttäuscht   oder   böse,   wenn   ich   beim   anderen   bin   und mich   bei   euch   nicht   melde.   Ich   habe   jetzt   zwei   Zuhause.   Die   muss   ich gut   auseinander   halten   -   sonst   kenne   ich   mich   in   meinem   Leben überhaupt nicht mehr aus. 8.   Gebt   mich   nicht   wie   ein   Paket   vor   der   Haustür   des   anderen   ab.   Bittet den   anderen   für   einen   kurzen   Moment   rein   und   redet   darüber,   wie   ihr mein   schwieriges   Leben   einfacher   machen   könnt.   Wenn   ich   abgeholt oder   gebracht   werde,   gibt   es   kurze   Momente,   in   denen   ich   euch beide   habe.   Zerstört   das   nicht   dadurch,   dass   ihr   euch   anödet   oder zankt. 9.   Lasst   mich   vom   Kindergarten   oder   bei   Freunden   abholen,   wenn   ihr den Anblick des anderen nicht ertragen könnt. 10.   Streitet   euch   nicht   vor   mir.   Seid   wenigstens   so   höflich   miteinander, wie   ihr   es   zu   anderen   Menschen   seid   und   wie   ihr   es   auch   von   mir verlangt 11.   Erzählt   mir   nichts   von   Dingen,   die   ich   noch   nicht   verstehen   kann. Sprecht darüber mit anderen Erwachsenen, aber nicht mit mir. 12.   Lasst   mich   meine   Freunde   zu   beiden   von   euch   mitbringen.   Ich wünsche   mir   ja,   dass   sie   meine   Mutter   und   meinen   Vater   kennen und toll finden. 13.   Einigt   euch   fair   übers   Geld.   Ich   möchte   nicht,   dass   einer   von   euch viel   Geld   hat-   und   der   andere   ganz   wenig.   Es   soll   euch   beiden   so gut gehen, dass ich es bei euch beiden gleich gemütlich habe. 14.    Versucht    nicht,    mich    um    die    Wette    zu    verwöhnen    .    Soviel Schokolade   kann   ich   nämlich   gar   nicht   essen,   wie   ich   euch   beide lieb habe. 15.   Sagt   mir   offen,   wenn   ihr   mal   mit   dem   Geld   nicht   klarkommt.   Für mich   ist   Zeit   ohnehin   viel   wichtiger   als   Geld.   Von   einem   lustigen gemeinsamen    Spiel    habe    ich    viel    mehr    als    von    einem    neuen Spielzeug. 16.   Macht   nicht   immer   so   viel   ,,Action"   mit   mir.   Es   muss   nicht   immer was   Tolles   oder   Neues   sein,   wenn   ihr   etwas   mit   mir   unternehmt. Am schönsten   ist   es   für   mich,   wenn   wir   einfach   fröhlich   sind,   spielen   und ein bisschen Ruhe haben. 17.   Lasst   möglichst   viel   in   meinem   Leben   so,   wie   es   vor   eurer Trennung war.   Das   fängt   bei   meinem   Kinderzimmer   an   und   hört   auf   bei   den kleinen   Dingen,   die   ich   ganz   allein   mit   meinem   Vater   oder   meiner Mutter gemacht habe. 18.   Seid   lieb   zu   den   anderen   Großeltern   –   auch   wenn   sie   bei   eurer Trennung   mehr   zu   ihrem   eigenen   Kind   gehalten   haben.   Ihr   würdet doch   auch   zu   mir   halten,   wenn   es   mir   schlecht   ginge!   Ich   will   nicht auch noch meine Großeltern verlieren. 19.   Seid   fair   zu   dem   neuen   Partner,   den   einer   von   euch   findet   oder schon   gefunden   hat.   Mit   diesem   Menschen   muss   ich   mich   ja   auch arrangieren.   Das   kann   ich   besser,   wenn   ihr   euch   nicht   gegenseitig eifersüchtig                                                                              belauert. Es   wäre   sowieso   am   besten   für   mich,   wenn   ihr   beide   bald   jemanden zum     Liebhaben     findet.     Dann     seid     ihr     nicht     mehr     so     böse aufeinander. 20.   Seid   optimistisch.   Eure   Ehe   habt   ihr   nicht   hingekriegt   -   aber   lasst uns   wenigstens   die   Zeit   danach   gut   hinbekommen.   Geht   mal   meine Bitten   an   euch   durch.   Vielleicht   redet   ihr   miteinander   darüber.   Aber streitet    nicht.    Benutzt    meine    Bitten    nicht    dazu,    dem    anderen vorzuwerfen,   wie   schlecht   er   zu   mir   ist.   Wenn   ihr   das   macht,   habt   ihr nicht   kapiert,   wie   es   mir   jetzt   geht   und   was   ich   brauche,   um   mich wohler zu fühlen. Mit Ihrem Anwalt stehen Sie beim Umgangsproblemen nicht allein. Wir stehen bei der Regelung des Umgangs an Ihrer Seite! Das verspricht Ihnen Ihr Fachanwalt für Famlienrecht in Magdeburg, Herr Rechtsanwalt Andreas Janssen.
Janssen und Zerlin Rechtsanwälte und Fachanwälte Umgang Andreas Janssen* - Rechtsanwalt                                 - Fachanwalt für Arbeitsrecht                                   - Fachanwalt für Familienrecht